Wie man ein ungewöhnlicher Unternehmer wird


Dr. Kerstin Gernig

Dr. Kerstin Gernig hat als Hochschuldozentin, Geschäftsführerin und
Chefredakteurin gearbeitet, bevor sie sich 2011 als Business-Coach und Unternehmensberaterin
selbständig gemacht hat. Durch eigene Perspektivenwechsel – von der Wissenschaft in die Wirtschaft
in die Selbständigkeit – weiß sie, wovon sie spricht, wenn es um die Entfaltung von Potentialen
geht. Heute spricht sie von ihren drei Leben. Im ersten Leben hat sie eine Hochschulkarriere
verfolgt: geforscht, gelehrt publiziert, promoviert, Vorträge gehalten. Und dann ereignete sich der
berühmte nicht planbare Zufall. Bei einem ihrer Vorträge bei einer interdisziplinären Tagung, zu
der sie als Germanistin eingeladen war, wurde sie vom Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher
Bestatter in die Wirtschaft abgeworben. Das Angebot, sich als promovierte Germanistin mit der
Bestattungsbranche zu beschäftigen, war ungewöhnlich – so ungewöhnlich, dass sie neugierig wurde.
Und so hat sie ihr Habilitationsprojekt aufgegeben und das renommierte Feodor-Lynen-Stipendium der
Alexander von Humboldt Stiftung ausgeschlagen, um als Chefredakteurin die Fachzeitschrift „
bestattungskultur“ herauszugeben, interdisziplinäre Tagungen – von Architektur über Musik bis
Marketing in der Bestattungsbranche – zu veranstalten und die Pressearbeit des Bundesverbandes zu
verantworten. Das waren spannende Jahre als Sepulkralkulturexpertin, die ihr neue Perspektiven
eröffnet haben. Nachdem sie sich mit den Bestattungskulturen weltweit beschäftigt hatte, war es
nach zehn Jahren Zeit für einen Neuaufbruch. Getreu ihrem Lebensmotto „Einfach gewagt!“ hat sie
2011 ihre gut dotierte Stelle als Geschäftsführerin aufgegeben, um den Schritt in die
Selbständigkeit zu wagen: als Autorin, Beraterin, Coach und Speaker. Durch diesen Schritt ist ihr
bewusst geworden, dass in Deutschland nur knapp 12 Prozent Menschen als Selbständige und 88 Prozent
als Angestellte arbeiten. Das hat Folgen für das Klima und die Mentalität am Arbeitsmarkt, was sie
auch bei ihrer Arbeit als Coach täglich erlebt.

Wie man mit seinen Ideen neue Märkte erschließt

Sie wollte Menschen kennenlernen, die sich aus eigener Kraft und mit einer ungewöhnlichen Idee
erfolgreich selbständig gemacht haben und hat sich auf die Suche gemacht. Das Ergebnis ihrer
Recherchen ist ihr faszinierendes, facettenreiches Buch zu den Trends und Chancen unserer Zeit
Werde, was du kannst! Wie man ein ungewöhnlicher Unternehmer wird. Ihr Buch ermutigt, die
eigenen Fähigkeiten zu nutzen, um Ideen unternehmerisch erfolgreich umzusetzen und ruft dazu auf,
ein selbstbestimmtes Leben zu führen. 21 Kurzporträts zeigen ungewöhnliche Unternehmer und
Unternehmerinnen der kreativen Ökonomie, die es gewagt haben, eigene Wege zu gehen, um die Trends
unserer Zeit – von der Digitalisierung aller Lebensbereiche bis zur Erschließung neuer
Nischenmärkte durch die sozialen Medien – erfolgreich für die Selbständigkeit zu nutzen. Es sind
Aus- und Umsteiger, Erst- und Seriengründer, Querdenker und Abenteurer des Selbst. Sie haben sich
vom Marketingmanager zum Transformationstherapeuten, vom Juristen zum Online-Parfümeur, von der
Theologin zur Bestatterin, vom Dirigenten zum Qigong-Meister, vom Mechaniker zum Lodge-Betreiber
oder auch vom Bankdirektor zum Internetunternehmer gewandelt.

»Mein Buch zeigt, dass jeder aus seinen individuellen Fähigkeiten und Talenten etwas
Außergewöhnliches machen kann, in alten oder neuen Berufen, mit oder ohne akademische Ausbildung,
als digitaler Eingeborener oder digitaler Immigrant, als Handwerker oder IT-Experte, mit Anfang
zwanzig oder auch in der Mitte des Lebens.«

Die kreative Ökonomie wird von Kerstin Gernig nicht auf die klassischen Kreativberufe wie
Künstler, Kunsthandwerker, Fotograf, Grafiker oder Architekt beschränkt, sondern auf die Berufe
ausgeweitet, die einen kreativen Ansatz haben, um für die Herausforderungen unserer Zeit neue
Lösungen zu finden, ob als Altenpfleger, Gastronom, Pop-Up-Künstler oder auch Verwalterin des
digitalen Erbes. Obgleich genderspezifische Aspekte bei der Auswahl der ungewöhnlichen Unternehmer
nicht im Fokus standen, sind immerhin vier der 21 Unternehmerporträts Frauen gewidmet, die als
Täschnerin, Quereinsteigerin in der Bestattungsbranche, Händlerin von schwarzer Seife aus Afrika
und Verwalterin des digitalen Erbes zum Facettenreichtum des Buches beitragen. Doch vielen
Unternehmern steht eine starke Frau zur Seite – auch das zeigen die Porträts.


Cover „Werde, was du kannst!”

Aus eigener Kraft

Was Kerstin Gernig bei der Auswahl der Unternehmer – für die sie deutschlandweit auf
Entrepreneurshiptagen und Messen unterwegs war –, besonders wichtig war, waren nicht nur die
außergewöhnlichen Ideen, sondern auch, dass die Unternehmen aus eigener Kraft aufgebaut wurden.
Denn sie wollte zeigen, dass jeder mit seinen Fähigkeiten unternehmerisch erfolgreich werden kann.
Niemand hat ein Unternehmen geerbt oder übernommen. Alle haben mit ihrer Idee alte Berufe neu
erfunden oder auch ganz neue Berufe geschaffen. Sie hatten den Mut, tradierte Strukturen zu
verlassen, um neue, unkonventionelle Ideen zu verwirklichen. Und sie sind das Risiko eingegangen,
damit auch scheitern zu können. Doch für sie stand fest:
Werde, was du kannst! Das heißt auch: Wage, was du kannst! Für viele war der mutigste
Schritt, die Festanstellung aufzugeben. – Das Buch zeigt: Mut wird belohnt. Jeder ist auf seine
Weise erfolgreich geworden. Dafür wurden Krisen überwunden und Chancen genutzt. Neun aktuelle
Trends von Crowdfunding über nachhaltigen Lifestyle bis zu Social Entrepreneurship spiegeln die
Entwicklungen und Chancen unserer Zeit. Das Buch eröffnet damit neue Perspektiven für Entrepreneure
in einer Gesellschaft der Wahl und einer Zeit vielfältiger Optionen.

Als Coach ist Kerstin Gernig überzeugt, dass nicht die Herkunft oder der Berufsweg für die
Selbstentfaltung entscheidend sind, sondern die eigene Haltung: lieber zu verändern als zu klagen,
lieber unbeirrt den eigenen Weg zu gehen als auf ausgetretenen Pfaden zu bleiben. Im Zentrum ihres
Buches steht, wie man durch einen Perspektivenwechsel das Beste aus seinen Fähigkeiten macht.

Dr. Kerstin Gernig berät deutschlandweit Selbständige und Freiberufler bei der Entwicklung und
erfolgreichen Umsetzung ihrer persönlichen Karrierestrategie. Ihre Leidenschaft sind Vorträge. Das
spürt man, wenn man sie reden hört. Ihr Interesse gilt Menschen und ihrer Entfaltung. Das merkt
man, wenn sie über ihr Selbstverständnis als Coach spricht. Ein
Werde, was du kannst!-Coaching bedeutet Aufbruch, Umbruch und mit der entsprechenden
Ausdauer auch Durchbruch. Ihr Ziel ist, Menschen ein selbstbestimmtes Leben im Flow zu ermöglichen,
in dem sie ihre Potentiale entfalten und herausfinden, ob die Selbständigkeit eine Alternative zur
Selbstentfaltung für sie sein könnte.

Als Coach rät sie:
„Umgeben Sie sich mit Menschen, die da sind, wo Sie hinwollen. Meiden Sie Bedenkenträger
und Ja-Aber-Typen. Und vergleichen Sie sich nicht zu Ihrem Nachteil, sondern gehen Sie Ihren
eigenen Weg.“

Sie leitet Erfahrungsaustauschgruppen für Selbständige, Gründer und Entrepreneure und freut sich
über neue Teilnehmerinnen

www.kerstingernig.de

Text: Dr. Kerstin Gernig
Bildquellen: Dieter Düvelmeyer

Portrait des Monats September 2014

Zur Visitenkarte auf "Unternehmerinnen stellen sich vor"

Unternehmerinnen.org, ist ein Onlineportal, welches Frauen im Business in der Öffentlichkeit sichtbarer macht und untereinander vernetzt!

Empfehlung

© Unternehmerinnen.org