Gabriele Lode erfüllt auch ausgefallene Reisewünsche

Mutter, Vater, Kind – und eine Geliebte. Ungewöhnliche Konstellationen bringen Gabriele Lode
nicht aus dem Konzept. Sie erfüllt Urlaubsträume. Das Quartett schickte sie auf eine Kreuzfahrt, in
einer Vier-Bett-Kabine. „Sie sind weggezogen, aber wir wissen, dass sie noch heute so reisen“,
berichtet die 63-Jährige.

Gabriele Lode

Eine andere Herausforderung: zwei Ehepaare buchten unabhängig voneinander eine Weltreise. Kurz
vor Antritt stellte sich heraus, dass die Reisegruppe nur aus diesen vier Personen bestehen
würde.

Ein Wagnis? Eine Zumutung? „Ich musste herausfinden, ob sie sich drei Wochen miteinander
vertragen könnten“, lacht die Reisebüro-Unternehmerin und organisierte ein gemeinsames Abendessen.
Das Weltreise-Experiment glückte, auch wenn die Paare nach dem Urlaub wieder getrennte Wege
gingen.

„Strippenziehen habe ich ja gelernt“, sagt die gebürtige Köthenerin. Sie legte in
Sachen-Anhalt das Abitur ab, mit gleichzeitigem Berufs­abschluss als Elektromonteur. Der
mädchenuntypische Beruf war ihr Wunsch. Die Arbeit im Krananlagenbau fand sie spannend. Noch heute
kann Gabriele Lode „den Elektriker kontrollieren und notfalls Leitungen verlegen – für den
Eigenbedarf reicht’s.“

Doch gleich nach Abitur und Lehre ging sie nach Berlin. Sie absolvierte ein einjähriges
Vorpraktikum in einem Außenhandelsbetrieb, um praktische Erfahrungen zu sammeln und intensiv
Russisch zu lernen.

„Von Beginn an fühlte ich mich als Berlinerin.“ 1973 schloss sie ihr Studium als
Außenwirtschaftsökonomin ab. Im Anschluss übte sie verschiedene Tätigkeiten aus. Ob als
wissenschaftliche Mitarbeiterin von stellvertretenden Generaldirektoren, Verantwortliche für
Protokollfragen, oder im Ex- und Import bei Vertragsverhandlungen – konnte Sie eigenverantwortlich
handeln. Waren früher Studentenaustauschreisen nach Budapest und Warschau sowie eine
Wolga-Don-Flusskreuzfahrt Höhepunkte ihres Lebens, reiste sie nun geschäftlich nach Angola,
Mozambique, Tunesien und Russland, Tschechien, Ungarn oder Polen.

Ungarn – Parlament in Budapest – Impressionen einer Donaukreuzfahrt

Erst die Geburt der Tochter 1986 erforderte die Aufgabe der dienstlichen Reiserei. Die
Frühaufsteherin wechselte die Seiten. Von 1987 bis 1989 leitete sie die Reisestelle mit 15
Mitarbeiterinnen für ein Großunternehmen. „Heute würde man Travelmanager dazu sagen“, erklärt sie.
Selbständiges Handeln, eine übersichtliche Bürostruktur mit Fähigkeit zu Anleitung und Kontrolle,
ein gutes Namens- und Personengedächtnis sowie Durchsetzungsvermögen brauchte sie. Kompetenzen, die
ihr nach der Wende bei der Suche nach einer beruflichen Alternative halfen.

Außenfront HOLIDAY LAND Reisebüro Boulevard

In „ihrem“ Reisebüro fing sie 1990 an. 1991 wurde es als GmbH eingetragen, ursprünglich mit zwei
weiteren Gesellschaftern. Seit 1993 befindet sich das Geschäft am jetzigen Standort in der
Berliner City. Vor 15 Jahren erfolgte der Anschluss an die Franchisekette HOLIDAY LAND –
für sie eine Entscheidung mit klaren Vorteilen: kollegiales Miteinander, bei dem die
Selbständigkeit erhalten bleibt, Austausch mit Gleichgesinnten und Synergien, ob bei Schulungen
oder Werbemaßnahmen. Seit 2000 ist Gabriele Lode alleinige Gesellschafterin.

Spezialisiert ist die Reiseexpertin auf Kreuzfahrten, Flussreisen, Wellness- und Cluburlaub. Für
ihre Kunden hat sie sich auf vier Kontinenten eigene Eindrücke verschafft. Besonders intensiv
beschäftigt sie sich mit  Kanada. „Mir ist wichtig, jeden Kunden individuell zu beraten und
auf Sonderwünsche einzugehen“, betont sie.

Parlamentshügel in Ottawa, Sitz der Kanadischen Regierung

Station einer Mietwagenrundreise

Zu Hause, auf der Arbeitsstelle des Kunden oder im Reisebüro. Ist der Urlaub gebucht, wird bei
Bedarf auch eine Wohnungs- oder Hausaufsicht, ein guter Geist zum Blumengießen oder eine
Haustierpension organisiert. „Von der U-Bahn-Fahrkarte bis zur Weltreise – alles aus einer Hand“,
fasst Gabriele Lode das Spektrum ihres Reisebüros zusammen. Ihre besondere Verpflichtung in Sachen
Servicequalität wird bereits zum zweiten Mal in Folge mit dem „Qualitätssiegel Q “ gewürdigt.

Dubai – Hotel Hotel Burj Al Arab ******

Landausflug während einer Kreuzfahrt um die arabische Halbinsel

Bei Öffnungszeiten täglich bis 18:30, Donnerstag bis 20 Uhr und samstags
bis 13 Uhr, zusätzlichen Kundenbesuchen, Dekoration, Buchführung und Verwaltung,
Weiterbildung, Besichtigungen und Messen, bleibt für den geliebten Tennissport nur Zeit im eigenen
Urlaub. „Ehemann und Tochter sind verständnisvoll“, freut sich die Unternehmerin. Für die Familie
kocht sie leidenschaftlich gern. Sie liest viel. „Nichtstun gibt es bei mir nicht, ich muss immer
in Bewegung sein“, sagt die quirlige Urlaubsexpertin. Wenn sie selbst reist, dann am liebsten mit
ihrer Tochter und nach Asien. „Weil wir dort freundliche Menschen, guten Service und Abwechslung
finden“, begründet sie.

Japan  – Senso-Ji (Askusa Kannon Temple) in Tokio

Beginn einer Japanbusrundreise

Sie selbst will arbeiten „so lange es geht“. Nicht nur weil sie das Thema „Altersarmut“
umtreibt. Dass in den letzten 20 Jahren alles unter­nommen wurde, um Arbeitnehmer über 50
aus dem Arbeitsprozess auszugliedern, findet sie nicht richtig. „Durch Altersteilzeit,
Frühberentung und Arbeitslosigkeit wurde die Rentenhöhe vorzeitig gekürzt und die Altersarmut
bewusst vorangetrieben“ , findet sie.

Gabriele Lode kann sich nicht vorstellen, bald nur noch Seniorin zu sein. Jungen Menschen rät
sie: „Selbständigkeit lohnt sich nur mit genügend Ideen, Kraft, Eigenkapital und einer Portion Mut,
bei Rückschlägen nicht gleich aufzugeben.“ Die Illusion, in kurzer Zeit reich zu werden, sollte man
nicht haben. „Nur Beständigkeit und Liebe zum Detail führen zum Ziel.“

Gabriele Lode wurde im Februar 2012 von der Fachzeitschrift fvw & DAS MAGAZIN FÜR TOURISTIK UND BUSINESS TRAVEL als Testsiegerin gekürt. Ein Mystery Shopper hatte nach einem Yoga-Hotel an Nord-
oder Ostsee gesucht. „Ich war freudig überrascht, als ich später erfuhr, dass unser Reisebüro in dem Test als Sieger ausgewählt wurde.“

Porträt des Monats Oktober 2012

Text: Dagmar Möbius

Bildquellen: Gabriele Lode

 

Die Veröffentlichung aus der Fachzeitschrift fvw 4/12 vom 17. Februar 2012, Seite 104-105
erfolgte mir freundlicher Genehmigung der fvw-Mediengruppe
.

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