Portrait von Brigitte Märtens

Wer Brigitte Märtens zuhört, ist am Ende überzeugt, dass sie den absolut spannendsten Beruf gefunden hat. Das mag die meisten überraschen, denn sie ist seit 35 Jahren mit Leidenschaft Steuerberaterin.


Brigitte Märtens

Gleich nach bestandenem Examen trat Brigitte Märtens 1981 in die Kanzlei ihres Mannes ein, die sie bis heute erfolgreich führt. An ihrer Tätigkeit schätzt sie vieles – vor allem aber ist ihr Beruf geprägt durch die Begegnung mit den unterschiedlichsten Menschen durch alle Schichten der Gesellschaft hindurch. Beim Blick in die Finanzen offenbart sich manche Katastrophe, und psychologisches und vermittelndes Gespür ist gefragt. Auch abgesehen von den menschlichen Aspekten ist ihr Gewerbe permanent in Bewegung und wartet mit Herausforderungen auf – allein schon durch die sich regelmäßig ändernde Steuergesetzgebung.

Auch die technischen Entwicklungen erfordern eine ständige Anpassung der Arbeitsvorgänge.

Zu ihrem Traumberuf kam die Beraterin eher zufällig. Sie beherzigte den Tipp des elterlichen Steuerberaters, der ihr zuriet, denn es sei ein guter Beruf für Frauen. Das bejaht Brigitte Märtens heute, sie hat Beruf und Familie in einer guten Balance halten können und sich beruflich voll entfaltet. Gemeinsam mit ihrem Mann arbeitete sie kontinuierlich am Erfolg der Kanzlei, die sie 1991 in eine Sozietät umwandelten.
Nach dem Tod ihres Mannes erweiterte sie die Firma 2006 um eine Filiale in der Warschauer Strasse. 2007 kam eine weitere in Charlottenburg hinzu. Spätestens ab diesem Moment ist aus ihr eine Unternehmerin geworden. Es folgte die Gründung einer GmbH, der Finanzconsult Brigitte Märtens Steuerberatungs GmbH. Sie investiert, erweitert und zieht 2010 die Kanzleien auf zwei Standorte zusammen. Es bleiben Dahlem und Charlottenburg.

Innerhalb der letzten zehn Jahre habe sie sich konsolidiert und von zehn auf drei bis vier Mitarbeiter reduziert. Sie setzt verstärkt auf Kooperationen mit freiberuflichen Rechtsanwälten, Juristen und Rentenberatern. Sie findet ihre Kooperationspartner ausschließlich über persönliche Empfehlungen: „Ich bin vorsichtig, denn ich möchte ja nicht mein eigenes Geschäft gefährden. Ich möchte wissen, mit wem ich es zu tun habe.“ Von ihren Mitarbeitern und Geschäftspartnern erwartet sie Loyalität, Offenheit, Engagement und Fairness. Man müsse an einem Strang ziehen, das sei wichtig. Alles andere koste nur unnötige Energie.


Brigitte Märtens

Heute führt sie die Einzelkanzlei Brigitte Märtens und die Finanzconsult Brigitte Märtens Steuerberatungs GmbH: „Die finanziellen Aufwendungen der letzten Jahre tragen allmählich Früchte“, freut sich die Unternehmerin. Deshalb kann sich Brigitte Märtens neuen Herausforderungen zuwenden: Sie gibt ihre reichhaltige Erfahrung an Existenzgründerinnen weiter.
Sie kennt die Vor- und Nachteile verschiedener Rechtsformen und verfügt über eine Vielzahl hilfreicher Kenntnisse. „Existenzgründerinnen kümmern sich selten um Fragen der Steuer. Sie gehen eher zum Unternehmensberater als zum Steuerberater.“

Ein Fehler, findet sie. Um dies zu ändern, ist Brigitte Märtens in die Gründerinnenszene eingetaucht und engagiert sich nun seit einiger Zeit ehrenamtlich beim Aufbau des Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum GUZSZ. Hier kann sie ihre Netzwerke einbringen und erweitern. Sie pflegt ihre Kontakte, liebt es, Leute zu treffen und kennenzulernen, schätzt den persönlichen Austausch, der für sie stets auch eine Erweiterung des eigenen Horizonts darstellt.

Von ihrem Engagement in der Gründerinnenszene macht sie kein großes Aufheben, doch die Anerkennung von anderen ist ihr sicher. Ihr Knowhow, ihre Kontakte und ihr Elan sind hier sehr gefragt. Das Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum Steglitz-Zehlendorf (GUZSZ) will Unternehmertum von Frauen stärker sichtbar machen und mit verschiedenen Serviceangeboten nachhaltig voran bringen. So sollen Gründerinnen hier bezahlbare Räume finden, Service und Co-Working-Plätze, Möglichkeiten zu Kooperationen, gemeinsame Projekte und Austausch. Und natürlich auch Lobbying durch Wirtschaftsförderung und –politik. Mit Brigitte Märtens ist hier eine tatkräftige Visionärin am Werk. Ihr wichtigster Rat an Gründerinnen: Nach vorne blicken mit dem Ziel vor Augen, dennoch auch zufrieden mit dem Erreichten sein, mit kleinen Schritten kontinuierlich vorangehen und nicht aufgeben, auch wenn es Querschläge gibt.


Wir etablieren das erste Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum in Steglitz-Zehlendorf (Foto: Sharon Adler)

Der Tod ihres Partners stellte für Brigitte Märtens eine Zäsur dar: „Sein Tod war wie eine Triebfeder. Sie spornte uns an, die Hinterlassenschaft zu erhalten und auszubauen.“ Hier schließt sie ihren Sohn ein, zu dem sie ein ausgesprochen gutes Verhältnis hat. Das ein oder andere Projekt haben die beiden schon erfolgreich gemeinsam durchgeführt. Es wäre ihr Traum, mit ihm auch künftig zusammenzuarbeiten, aber, so betont sie: „Es ist sein Leben, und er wird es so oder so meistern.“

Ihre Lebensmaxime lautet „Das Leben ist keine Generalprobe. Wir leben im Hier und Jetzt“. Brigitte Märtens ist eine sehr engagierte, aber auch pragmatische Frau, für die das seelische Gleichgewicht, ein gutes soziales Umfeld, das sie trägt, und ein freundliches Miteinander die Lebensqualität ausmachen.


Portrait des Monats August 2015

Text: Petra Lölsberg

Fotos: Die Hoffotografen, Sharon Adler

Brigitte Märtens – Steuerberater
Kanzlei Dahlem
Bitterstr. 5
14195 Berlin
Fon 030 832 44 77
Fax 030 832 46 92

Kanzlei Friedrichshain
jetzt Charlottenburg
Niebuhrstr. 63
10629 Berlin
Fon 030 291 29 41
Fax 030 29 66 48 66

Finanzconsult Brigitte Märtens Steuerberatungsgesellschaft mbH
Niebuhrstr. 63, 10629 Berlin
Fon 030 323 90 90
Fax 030 34 70 01 25

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