Mit handwerklicher Traditionspflege und pfiffigem Marketing bringt Cornelja Hasler Geschäftsstrassen zum Glänzen

Seit 14 Jahren organisiert Cornelja Hasler besondere Kunsthandwerker­märkte, zuerst als PR-Maßnahme für ein neues Geschäftszentrum und dann mit  ihrem Unternehmen Kunsthand-Berlin, das sie 2003 als Einzelunternehmen gegründet hat. Sie verleiht Standorten, Plätzen, Vierteln Glanz und Lebendigkeit. Cornelja Hasler sprudelt vor Ideen. Sie ist eine Macherin. Doch Standortmarketing ist ihre liebste Herausforderung. Sie findet für unterschiedliche Orte das passende Setting, das den jeweiligen Standort aufwertet: für die Anwohner, die Kunsttreibenden und für den ansässigen Handel.

Ihre Leitfrage lautet: Was passt hier am besten hin? Ihre Firmen­philosophie gibt eindeutig die Richtung vor: „Ich möchte das Schöne zeigen, die Schönheit der gegebenen Architektur durch schöne Dinge zum Glänzen bringen und manchmal auch das Besondere ins Bewusstsein der Besucher und Anrainer bringen. Das allerorts in Berlin übliche lärmende  Straßenfest  ist nichts für mich. Das können andere besser,“ sagt die gelernte Wohnungswirtschaftlerin.

Die Märkte, die Kunsthand-Berlin initiiert, bieten auch den Ausstellern viel: „Ich biete kreativen Menschen, die handwerklich tätig sind und den fließenden  Übergang von Kunst,  Design und Handwerk in ihren Arbeiten und Objekten wiedergeben  eine Plattform zur Präsentation.“

Viele Künstler und Kunsthandwerker scheuen die Kosten für ein eigenes Geschäft , sie nutzen das Forum der Kunsthandwerkermärkte als Verkaufsstätte, PR-Medium und zum Kontaktaufbau. Auch der Austausch zwischen den ausstellenden Künstlern und Kunsthandwerkern ist ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltungen. Junge Labels aus allen Bereichen der Angewandten Kunst, wie auch erfahrene Goldschmiede­meister, Textildesigner und Keramiker zeigen auf den Veranstaltungen Schönes, Erlesenes, Ausgefallenes und Verrücktes. Unikate und Kleinserien aus Künstlerhand.


Eppo Bosch Aquarelle

Auf den Kunsthandwerkermärkten à la Hasler bestreiten 95% der Aussteller ihren Lebensunterhalt mit der Kunst oder dem Kunsthandwerk. So stimmt schon mal das Umfeld. Künstler und Kunsthandwerker unter sich. Cornelja Hasler legt Wert darauf, dass der Kreative selber vor Ort ist und über sein Handwerk berichtet. Eine absolute Bedingung ist allerdings, dass alle Produkte selbst gefertigt wurden. Handelsware wird nicht geduldet, denn sie will die kleinen, die unabhängigen Designer, Künstler und Kunsthandwerker fördern. „Ihnen möchte ich mit meinen Plattformen, den Märkten, eine Präsentationsfläche bieten. Eine Art open-air-Messe.“

In den vierzehn Jahren aktiven Standortmarketings ist die Liste „ihrer“ Aussteller auf über 3000 Namen angewachsen. Sie kommen aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und England. Manche kommen mittlerweile auf Empfehlung. Dennoch durchstreift die umtriebige Marketingfachfrau Märkte und Werkstätten immer auf der Suche nach geeigneten Künstlern. „ Neue Aussteller gucke ich mir genau an – durchforste die Webseiten, besuche die Ateliers, lasse mir Bildmaterial schicken. Ich will wirklich den Künstler selber haben und keinen Import-Export-Laden.“

Sie hat auch schon mal einen Aussteller des Marktes verwiesen, weil er Handelsware feilbot. „Das ist ja im Interesse aller Beteiligten,“ fügt sie erklärend hinzu.

5% der beteiligten Aussteller sind Autodidakten, die ihre Handarbeiten anbieten. Dadurch sind die Märkte bunt gemischt, und natürlich bringen sich die Geschäftsleute rund um den Markt mit ein und sei es, dass sie einen gastronomischen Beitrag leisten. Davon integriert Cornelja Hasler nur wenige, und immer passend zum jeweiligen Marktthema.

Der Weihnachtsmarkt in Frohnau ist mittlerweile zu einem Hotspot in der Stadt geworden. Längst pilgern am 2. Adventswochenende Berliner aus dem gesamten Stadtgebiet her, um einen der attraktivsten Weihnachts­märkte der Region zu erleben. Vermutlich sind die Frohnauer ganz froh, dass ihr bezaubernder Staudenmarkt im Frühjahr noch nicht so überlaufen ist.


CHRIST & CLAN

Eines ihrer Hauptziele benennt die Unternehmerin so: „Ich möchte das Individuelle und das Miteinander in Geschäftsstraßen zum Leben erwecken.“ Nichts sei deprimierender als Geschäftsstraßen oder Shoppingmalls, auf denen nur die großen und ewig gleichen Geschäfte zu finden sind. Alles sieht gleich aus und fühlt sich auch so an: „Die Franchisenehmer bekommen genau vorgeschrieben wie das Schaufenster auszusehen hat und welche Kniffnaht in welche Richtung zu zeigen hat. Wo bleibt da die Individualität und das Menschliche?“

Für Cornelja Hasler sind Geschäftsstraßen mit Charakter solche, wo die Menschen sich treffen, sich austauschen und eine persönliche Begegnung erleben – gleichgültig ob Geschäftsleute oder Kunden. Bei diesem Thema kann sie sich ereifern, weil sie immer wieder erlebt, dass gerade die großen Ketten  nichts für den Kiez oder den Standort tun. „Tote Materie“ nennt die Cornelja Hasler das.

Sie setzt auf Beständigkeit und Nachhaltigkeit. Ihre Märkte veranstaltet sie regelmäßig, und der Erfolg gibt ihr Recht. Nach den sagenhaften Erfolgen in Frohnau, das durch die viermal im Jahr stattfindenden Märkte mit unterschiedlichen Themen aus einem Dornröschenschlaf erweckt wurde, kam die  Berliner Kunstallee, die Kunstinsel Werder im Havelland hinzu und die „Zitadelle Spandau“ erstmals mit dem Kunsthandwerklichen Ostermarkt 2014.

„Meine Konzepte passen nicht an jedem Ort. Manchmal sage ich einen Auftrag ab, weil er nicht funktionieren würde oder zu nah an einem der anderen Veranstaltungsorte liegt. Man muss ja auch dafür sorgen, dass die Aussteller auf potentielle Kunden treffen und nicht nur untereinander interessante Gespräche über ihre Arbeit führen.“


Barbara Loebell Keramikdesign

Privat engagiert sich die Frohnauerin im Kiez. Sie ist Gründungsmitglied des Kulturhauses Centre Bagatelle, einer von Bürgern betriebenen Kulturstätte und Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr. Wenn sie keine Märkte organisiert, versucht sie die Frohnauer Geschäftsleute zu vernetzen und zu innovativem Miteinander zu bewegen. So initiierte sie in diesem Jahr in der Gartenstadt Frohnau das Berliner Pilotprojekt einer „Blühenden Visitenkarte“. Bürger und Geschäftsleute traten als Sponsoren auf und verschönerten ihren Kiez mit blühenden Sommer­blumen, die von Juni bis November als Farbtupfer an den Straßenlaternen der Frohnauer Plätze leuchteten. Für 2014 soll dieses Projekt erneut durchgeführt, wenn nicht sogar erweitert werden.


Initiatoren der BLÜHENDEN VISITENKARTE FROHNAU


Cornelja Hasler (lks.) beim Empfang mit Politik und Bürgern

Die Familie ist ihr das wichtigste im Leben. Auch hier spielt das Miteinander und Füreinander eine zentrale Rolle. Ein großes Projekt, das sie gerne mal in Angriff nehmen möchte, ist eine Weltreise mit ihrem Gatten. Doch vorher sind die schon geplanten Märkte zu realisieren…


2009: Seit 10 Jahren organisiert Cornelja Hasler Kunsthandwerkermärkte – Wir sind ein starkes Team

Portrait des Monats Dezember 2013

Text: Petra Lölsberg
Bildquellen: Cornelja Hasler

Cornelja Hasler
KUNSTHAND-BERLIN
Gawanstraße 42
13465 Berlin

Telefon: + 49 (0)30 / 406 37 031
Fax: + 49 (0)30 / 401 74 40

E-Mail: info@kunsthand-berlin.de
Internet: http://www.kunsthand-berlin.de

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