Portrait der Unternehmerin Dorit Suárez

Die Stadt Meißen in Sachsen ist berühmt für das „weiße Gold“, erlesenes Porzellan, zahlreiche Sehenswürdigkeiten und für das nordöstlichste Weinanbaugebiet Europas. Seit zwei Jahrzehnten öffnet sich in Meißen außerdem ein Tor nach dem fernen Indien – im Geschäft „Das Tor“ von Dorit Suárez.

Eigentlich wollte Dorit Suárez Tierärztin werden oder zumindest mit Tieren arbeiten. Schon immer … Doch dann führte sie ihr Weg von der Tierernährung und Landwirtschaft über ein Sprachenstudium in Berlin zum Handel. Zum Handel mit schönen Dingen aus Indien.

Warum ich mich schon immer für fremde Kulturen interessiert habe? Vielleicht liegt es an meinem Großvater. Er war ein weltoffener Mensch und beruflich in den Dreißiger Jahren bis nach Brasilien gereist. Das hat mich damals tief beeindruckt und erschien mir so unerreichbar.

Besonders Indien findet Dorit Suárez schon seit der Schulzeit außerordentlich spannend. Reisen dorthin, das ging für Normalbürger der DDR nicht, aber über Bücher und persönliche Kontakte zu indischen Studenten formte sich nach und nach ihr Bild von dieser reichen Kultur. Am liebsten hätte sie Südasienwissenschaften studiert. In diesen damals „erlauchten“ Kreis wurde ich aber leider nicht aufgenommen, meint sie bedauernd.


Aus dem Hof der Großeltern in Meißen wurde „Das Tor“ zu Indien

Dann kam 1989 die Wende und mit ihr ungeahnte Möglichkeiten. Der verwaiste großelterliche Hof in Meißen lockte mit schönen Räumen und Dorit Suárez beschloss, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Sie absolvierte eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung, arbeitete zwei Jahre bei einem indischen Großhändler in Berlin-Charlottenburg und verließ – mit zwei weinenden Augen, wie sie heute noch bekennt – die Hauptstadt, um Indien nach Meißen zu bringen.

Seit Ende 1996 verkauft sie in der ehemaligen Stellmacherei des Großvaters schöne Dinge, die sie zum größten Teil selbst in Indien ausgesucht oder in Auftrag gegeben hat.


Im Ladengeschäft eröffnet sich den Besuchern eine andere Welt

Ich gehe gern neue Wege – und bin gleichzeitig fasziniert von Traditionen. Mir gefällt Handgefertigtes aus natürlichen Materialien und ich liebe Farben. Das alles kombiniert sie in ihrem Unternehmen.

Wer ihr Meißner Geschäft „Das Tor“ betritt, dem eröffnet sich buchstäblich eine andere Welt. Zwei Etagen laden zum Stöbern und Probieren ein: Möbel, Stoffe und Kleinigkeiten zum Wohnen, Verschenken oder Behalten und viele Tücher und Schals, auch große. Die trage ich selbst so gern, verrät sie.

Gerade ist sie dabei, ihre Schätze auch online vorzustellen. In ihren neuen Internet-Shop können Interessierte von überall dann kommen, stöbern und bestellen.


Erlesene Kleidungsstücke – auch die findet man bei „Das Tor“

Im Meißner Laden duftet es nach Sandelholz und Tee. Eine kleine Café-Ecke verführt zum Verweilen und die vielen verschiedenen Dinge lassen jeden Winkel zu einer Entdeckungsreise werden. Schön, wenn man Zeit mitgebracht hat.

Ich glaube daran, dass wir in unserer schnelllebigen Welt für ein wenig Besinnung sorgen können. Augenblicke des Innehaltens, in denen wir uns über die Schönheit im Detail freuen: eine gelungene Farbzusammenstellung, unglaublich aufwendige Handarbeiten, die Linien natürlich gewachsenen Holzes … Denn wie schon der alte Herr Goethe meinte: Man kann zwar nicht sagen, dass das Vernünftige immer schön sei, allein das Schöne ist immer vernünftig.


Schönes für ein behagliches Zuhause

An Indien begeistern mich immer wieder die Farben und das immer noch lebendige, traditionelle Handwerk . Es ist gut, wenn man mit dem Erwerb der ausgesuchten Stücke einen kleinen Beitrag zum Erhalt der alten Techniken leisten kann. Handarbeiten werden ja doch vielfach in kleinen Familienbetrieben hergestellt. Die lohnt es zu unterstützen, erläutert sie ihren Ansatz. Aufgrund der kurzen Handelswege und kleinen Werkstätten gestalten sich auch die Arbeits- und Herstellungsbedingungen transparent. Die Beantwortung von Fragen und das berechtigte Interesse ihrer Kunden an dem „Wie“ und „Woher“ sind Dorit Suárez ein besonderes Anliegen.

Einen Traum möchte sie sich gern noch erfüllen: Gerade die Beratung zum individuellen Wohnen reizt die Unternehmerin immer wieder aufs Neue. Mit ein wenig Geduld kann man in Indien besondere Stücke speziell nach Kundenvorgaben fertigen lassen, wie Möbel, künstlerische Wanddekorationen, Textiles. Gern macht sie sich auf die Suche nach Unikaten und seltenen Objekten, die hier einen prominenten Platz in einem durchaus modernen Ambiente finden könnten. Die Kombination macht‘s. Diesen Geschäftszweig will Dorit Suárez in der nächsten Zeit gezielt weiter ausbauen.

Vielleicht nimmt sie dann auf ihre Reisen auch Interessierte mit und organisiert Besuche der indischen Werkstätten oder Workshops. Vieles ist machbar, weiß sie. Wer beispielsweise Blockdruck, Miniaturmalerei oder traditionelle Emaille-Schmuckgestaltung selbst ausprobieren will, dem kann sie das ermöglichen. Wissensvermittlung ist mir immer ein Anliegen, das würde mir viel Spaß machen.


„Das Tor“ lädt zum Verweilen ein.

Da eine Unternehmerin immer so vieles mit sich allein ausmachen muss, geben ihr gerade Netzwerke und Unternehmerinnentreffen gute Impulse und notwendigen Austausch. Einen guten Austausch findet sie auch mit dem Veranstalter der neuen Konzertreihe „Das Tor zur Weltmusik“, welche in den großzügigen Ladenräumen und im Sommer 2015 auch auf dem bezaubernden Innenhof stattfindet.

Es beflügelt mich, wenn ich mit Gleichgesinnten Neues entwickeln darf. Veranstaltungen rund um das Thema Indien gehörten von Anfang an dazu. Und Kulinarisches hin und wieder auch – also quasi eine Rundumversorgung für alle Sinne.

Ihre Vorbilder? Menschen, die sich nicht beirren lassen und Misserfolge als Erfahrungswerte sehen. Wenn eine Entscheidung nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, dann eben einen anderen Weg versuchen. Umwege erhöhen die Ortskenntnis, schmunzelt sie.

Bei all ihren Unternehmungen fühlt sich Dorit Suárez getragen von ihrer Familie. Meine Eltern haben mich immer vorbehaltlos unterstützt, meine bereits erwachsene Tochter erörtert auch mal ein geschäftliches Thema mit mir, mit dem Vater meines Sohnes habe ich jahrelang zusammengearbeitet. Und meine Verkäuferin begleitet mich buchstäblich seit der ersten Stunde – für all dies empfinde ich große Dankbarkeit.

Und was aus ihrer Tierliebe geworden ist? Die pflegt sie noch. Zur körperlichen Ertüchtigung und seelischen Erbauung erkundet sie regelmäßig die landschaftlich überaus reizvollen Elbtäler auf dem Rücken der Pferde. Und auch da soll ja bekanntlich das Glück dieser Erde liegen.


Portrait des Monats April 2015

Text und Bilder: Das Tor / Dorit Suárez.


Das Tor
Zaschendorfer Straße 3
01662 Meißen
Telefon: 03521- 733837

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 11 – 18 Uhr, Samstag: 10 – 14 Uhr

www.DasTor.de

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